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Die hier aufgeführte Paddeltour schnuppert in die Ferne. Es lohnt sich, die Eindrücke aus anderen Paddelwelten auf sich wirken zu lassen.

Rundfahrt um Manhattan (New York)

Es ist schon ein kleiner Traum, der in Erfüllung geht, in einer Stadt zu stehen, von der so vieles berichtet wird: Stadt der Städte, Wolkenkratzer und Wall Street, Upper West Side und Bronx. Das Zentrum der Stadt, die niemals schläft und in der alles möglich sein soll, liegt auf der Insel Manhattan. Den Eindruck hatten wir zwar nicht, aber trotzdem wollen sie umrunden.

Blick auf die Südostecke, Quelle: R. Bonnke
Blick auf die Südostecke, Quelle: R. Bonnke

Anlass ist ein Schwimmmarathon. Es gibt tatsächlich ein paar Durchtrainierte, die mehr als 8 Stunden den East River hinauf, den Harlem River herüber und den Hudson River wieder herunter schwimmen wollen. Grund genug für uns zu helfen. Jedem Schwimmer wird ein Kajak zugewiesen, dass auf den ca. 50km vor Motorbooten schützen, Baumstämme und Müll aus dem Weg schaffen und für die Nahrungsversorgung verantwortlich sein soll.Für uns bietet sich die Möglichkeit, Manhattan einmal von außen zu betrachten, von einem Kajak aus, wie es sich für Kanuten gehört.

Start ist am Südende der Insel vor dem World Financial Center. Die ersten Meter führen am Battery Park entlang, von dem normalerweise die Fähren zur Freiheitsstatue abfahren, und ermöglichen schließlich die Sicht auf die Brooklyn Bridge. Bis hier sieht noch alles so aus, wie man sich das vorstellt: Ein Hochhaus steht neben dem anderen, scheinbar versuchte jeder Architekt, die anderen zu übertrumpfen. Sie sind nicht alle sehenswert. Viele sind alt, und das sieht man ihnen auch deutlich an. Aber zumindest entspricht das Bild den Vorstellungen. Doch nicht mehr lange.

Nachdem wir die Brooklyn Bridge und die Manhattan Bridge hinter uns gelassen haben, wechselt das Bild. Wohnviertel und Industrieanlagen wechseln sich ab, am Ufer führt der Roosevelt Drive entlang. Auf der rechten Seite erstreckt sich Brooklyn, zeigt sich aber auch nicht von der besten Seite. Kilometerlang reihen sich Industrie- und Hafenanlagen aneinander.

Pier 17, Touristentreffpunkt, Quelle: R. Bonnke
Pier 17, Touristentreffpunkt, Quelle: R. Bonnke

Wir müssen ein wenig acht geben auf unseren Schwimmer, denn ein Schlepper nähert sich in rasendem Tempo. Plötzlich merken wir, wie gut es die Strömung mit uns meint. Wenn das so weiter geht, müssten wir schneller den Hudson erreichen können.

Aber zunächst entdecken wir die Vereinten Nationen auf der linken Seite. Das Gebäude ist ein Zweckbau, ohne sichtbare Auffälligkeiten. Schnell passieren wir das Roosevelt Memorial auf der rechten Seite, dass, ander Südspitze von Roosevelt Island gelegen, eher wie eine kleine mittelalterliche Festung aussieht. Die Insel erscheint hier viel attraktiver als das gegenüberliegende Manhattan. Es sieht fast nach der Idylle einer Kleinstadt aus. Wir haben aber nicht sehr lange Zeit, uns darüber Gedanken zu machen, denn wir erreichen Hell's Gate. Das ist die Stelle, an der jenseits von Roosevelt Island der South River und der Harlem River aufeinander stoßen. Hier brauchen unsere Schwimmer gut 25 min für 200m. Wie gut, dass wir im Paddelboot sitzen und mit ein oder zwei Paddelschlägen wieder aufschließen können.

Ein gänzlich anderes Bild am Harlem-River, Quelle: R. Bonnke
Ein gänzlich anderes Bild am Harlem-River, Quelle: R. Bonnke

Im Harlem-River wird es dann aber wieder ruhiger. Unsere Schwimmer gewinnen Raum. Das ist auch gut so, denn die Qualität des Wassers lässt hier mehr als zu wünschen übrig. Auf der linken Seite des Ufers strecken sich Wohnsilos in die Höhe, das rechte Ufer teilen sich Wohn- und Industrieanlagen. Erst im hinteren Ende des Harlem-Rivers wird es richtig schön. Die Ufer sind dicht bewachsen.

Fast könnte man meinen, man wäre irgendwo im Urwald. Aber leider nicht lange, denn bald tauchen auf der rechten Seite wieder die typisch sterilen Wohnsilos auf. Da soll sich noch mal einer über die Plattenbauten im Osten ereifern... Nach dem Passieren einer Drehbrücke, über die in den 20er Jahren eine der Hauptverkehrsadern vom Festland nach Manhattan führte, gelangen wir zurück in den Hudson-River.

Die Drehbrücke verbindet Manhattan mit dem Festland, Quelle: R. Bonnke
Die Drehbrücke verbindet Manhattan mit dem Festland, Quelle: R. Bonnke

Der Fluss ist hier mehrere Kilometer breit und links und rechts sehen wir zunächst nur Natur. Kaum zu glauben, dass sich hier in der Nähe eine so riesige Stadt befindet. Der Hudson lässt sich einfach paddeln, wenn man mit der einsetzenden Ebbe fährt. Leider haben wir nicht ganz so großes Glück. Zusätzlich zur Flut, die sich auch hier oben, mehr als 10km vom Meer entfernt, bemerkbar macht, kommt Wind auf und damit hohe Wellen. Es wird schwer für unsere Schwimmer. Während sich auf der rechten Seite des Hudson, die zu New Jersey gehört, das Bild lange Zeit nicht ändert, wechselt das Bild auf der linken Seite allmählich von dem der Natur zu dem einer Großstadt. Nach der Washington Bridge, der südlichsten Brücke zwischen Manhattan und New Jersey, begrüßt uns wieder

Unter der Washington Bridge, Quelle: R. Bonnke
Unter der Washington Bridge, Quelle: R. Bonnke

die gewohnte Sicht auf New York. Auf Höhe der 70. Straße paddeln wir an einem Yachthafen entlang, in dem sich übrigens ein originelles Restaurant befindet, zwischen 56. und 40. begrüßen uns die Wolkenkratzer Midtowns, auf Höhe der 45. liegt ein alter Museums-Flugzeugträger und nach Passieren der Canal-Street sehen wir die Wolkenkratzer Downtowns. Eine halbe Stunde später schwimmen unsere Schwimmer im Hafenbecken des World Financial Centers ins Ziel und unser Ausflug findet sein Ende. Nach mehr als acht Stunden haben wir die Umrundung geschafft.

Im Normalfall, in dem Sie wohl nicht auf ein paar Schwimmer zu achten haben, sollte die Tour ohne Probleme in sieben Stunden zu schaffen sein. Sie zeigt Manhattan einmal anders. Sie können Eindrücke sammeln, die ein "normaler" Tourist wohl kaum mit nach Hause nehmen wird.Falls Sie mal nach New York kommen sollten und Zeit zum Paddeln haben, lohnt sich diese Tour auf jeden Fall. Besuchen Sie das Downtownboathouse. Die Kanuten dort sind sehr freundlich und helfen gern mit Material aus. Alles ist kostenlos, obwohl es schon schön wäre, wenn Sie sich mit einer Spende dankbar zeigen.

 
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